Robert W. Segel, Preisträger Bayerischer Kunstförderpreis in der Sparte Literatur 2024,
liest am 31. März um 18 Uhr in den Räumen der Evangelischen Christusgemeinde, Wilhelmstr. 15 in Idar-Oberstein aus seinem satirisch-fantastischen Roman: „Alice im verwundeten Land“.

Ein Roman, so scharf, frech und klug, wie Satire nur sein kann – mit liebevollen, aber treffsicheren Verweisen auf Lewis Carroll. Robert W. Segel lässt seine Alice zur demagogischen Anti-Alice reifen, die einen irren Abwärts-Trip in den Kaninchenbau rechter Potentaten antritt. Alice begegnet in diesem verwundeten Land einer Gesellschaft, die sich irgendwo zwischen politischen Nickerchen und frenetischem rechtem Applaus selbst austrickst. Sie blockiert Fluchtwege, verwandelt Spielfelder in Schlachtfelder, verpasst den Vorboten von Verboten eine klare Ansage und entdeckt im Kleingeistigen erstaunlich viel Größe – oder erstaunlich viel Kleingeist. Vorbei an Fabelwesen und glatt Unmöglichem trifft der Leser nicht nur auf die linkshinkende Kreuzkönigin, die ratschlagende Raupe, den ungenießbaren Grinsekater und den teetrinkenden Hutmacher, der sich zu keiner Entscheidung aufraffen kann. Zum Glück für das bedrohte Fantasiereich sprießen aus den spärlichen aber immer wilder blühenden Widerstandsranken neue Ideen für ein gutes Zusammenleben.
Lewis Carroll trifft die zaudernde Gegenwarts-BRD, die bekannten Figuren aus Carrolls Traumsaga erfahren eine neue Deutung – gewitzt, scharfzüngig, brandaktuell. Die vertrauten Figuren aus seinem Kosmos erscheinen in neuem Licht: als scharf-züngige, gewitzte und beklemmend aktuelle Spiegelbilder einer zaudernden Gegenwart.
Und doch keimt im Widerstand die Hoffnung auf ein anderes, besseres Zusammenleben.
WO?
Wilhelmstr. 15
55743 Idar-Oberstein
in den Räumen der Evangelischen Christusgemeinde
WANN?
Dienstag, 31. März 2026 um 18 Uhr
EINTRITT: FREI
Barrierefreier ebenerdiger Zugang
Veranstalter:
Demokratisches Netzwerk Hunsrück-Hochwald e.V.
in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung Rheinland-Pfalz e.V.